Die anders verlaufende Deutschstunde

Die Schüler der Klasse 9/10 warteten vor ihrer Klasse auf Frau P.
Es war schon 8.10 h.
"Michi, weißt du, wo Frau P ist, oder wann sie kommt?" Michaela schüttelte den Kopf. "Nein, Florian, keine Ahnung!" Ricardo und Christina überlegten leise. "Ricardo, wir warten jetzt noch bis 8.15 h. Wenn sie dann nicht kommt, dann gehen wir zu Frau Päff..."
"Na, ihr Lieben, da bin ich!" sagte eine Männerstimme. Mustafa erschrak. "Wer sind Sie und wissen Sie, wo Frau P ist?"
Der Mann ging auf die Klasse zu. "Sie ist nicht da, wo ihr seid", meinte er ruhig. "Sie haben uns immer noch nicht gesagt, wer Sie sind und wo Frau P sich aufhält!" rief Jan in einem zunehmend aggressiven Ton. Der Mann trat noch einen Schritt näher und sagte mit einem Lächeln: "Ihr könnt mich Luther nennen. Ich heiße Luther Nilse." Luther öffnete die Tür. "Ich habe heute mit euch Deutsch. Ihr werdet nach meinem Lehrplan gehen und dann..." Jan sprang vom Stuhl. "Moment mal! Sie kommen hier her, sagen, dass Frau P nicht da ist und wollen dann mit uns Unterricht machen. Hat Sie Herr Franz eigentlich engagiert?" Luther lachte: "Herr Franz kennt mich nicht und kenne ihn nicht." Ein leises schlagendes Geräusch ertönte und fing an sich zu wiederholen. "Was ist das?" fragte Jimmy. "Nichts, was uns zu interessieren hat", gab Luther zurück. "Das kommt aus dem Nebenraum. Ich schau mal nach", meinte Josef. "Du bleibst sitzen kleiner!!!", schrie Luther und rannte hinter ihm her. Josef war schneller und als er in den Nebenraum stürzte, fiel er über einen Menschenleib. "Was zum...!" doch weiter kam Josef nicht. Die anderen kamen herein. Nilse sprang vor. "Bleibt wo ihr seit, oder ich töte sie!", rief er. Alle blieben stehen. Josef fragte vorsichtig: "Ist das Frau P?" "Ja, das ist eure Frau Plönissen", lachte er. Und wahrhaftig. Frau Plönissen lag gefesselt und geknebelt über der heißen Heizung und stieß immer mit ihrem Stöckelschuh gegen die Heizung, um irgendwie loszukommen. Florian baute sich vor Luther Nilse auf. "Was soll das? Nennen Sie uns eine Begründung, warum Sie Frau P hier gefesselt und geknebelt haben!" Nilse zog etwas aus seinem Anzug. "Ich werde nichts sagen. Ihr werdet jetzt sterben." "Aber zuerst werde ich Frau Plönißen um die Ecke bringen, weil sie mir den Platz als Lehrer weggenommen hat." "Aha", sagte Jan, "Jetzt haben Sie ja doch gesagt, was wir wissen wollen." "Ja, aber nur, weil ihr nicht mehr lebt. Jetzt verabschiedet euch von diesem Leben." Er hob den Revolver. "Eins, zwei..." "Nicht!!!" Schrien alle. "Drei." "Lassen Sie die Waffe fallen!" Ein Mann stürmte in den Nebenraum. "Herr Franz!" Alle waren erleichtert. Jetzt mußten sich Herr Franz und Nilse gegenüberstehen. "Eh, Direktorchen, entweder Sie setzen sich jetzt hübsch auf diesen Stuhl oder Sie... Ahhh!" Herr Franz hatte zugeschlagen. Nilse kippte vornüber und blieb auf dem Boden liegen. "Danke, Herr Franz", sagte Christina. Er rief die Polizei und befreite Frau Plönissen. Sie hatte am ganzem Bauch Verbrennungen dritten Grades. Nachdem die Polizei Nilse abgeführt hatte, erklärte Herr Franz: "Ich kannte Luther Nilse von früher. Er wollte schon immer Direktor oder Deutschlehrer werden. Als er rausbekam, dass Frau Plönissen Deutschlehrerin wurde, wollte er sie beseitigen, um ihren Platz einzunehmen. Aber zum Glück ist ja nochmal alles gut gegangen." "Ich bin auch froh, dass wir alles so gut überstanden haben.." meinte Frau P.

Ricardo


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